Kulturerbe-Siegel

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Das Oderbruch – Menschen machen Landschaft

Das Oderbruch wurde im Oktober 2020 von der Kulturministerkonferenz der Bundesrepublik Deutschland für das Europäische Kulturerbe-Siegel nominiert. Das Oderbruch wäre in ganz Europa die erste Kulturlandschaft, die dieses Siegel bekommt.

Unter dem Titel „Das Oderbruch – Menschen machen Landschaft“ präsentiert sich die Kulturlandschaft als prägnantes Beispiel für die anthropogene Formung von Landschaften in der europäischen Geschichte. Als klar abgrenzbarer und größter besiedelter Flusspolder Europas verfügt es über ein raumübergreifendes Wassersystem, eine sogenannte Landschaftsmaschine, die technische Elemente aus mehr als 250 Jahren in einer Ausdehnung von fast 1.000 Quadratkilometern integriert. Die Siedlungsgeschichte des Oderbruchs hat sich in einer außergewöhnlich hohen Dichte an Baudenkmalen niedergeschlagen und ist in Form von Fischerdörfern, Kolonistendörfern und Loosegehöften bis heute für Besucher sehr gut ablesbar. Im Selbstverständnis freier, ihre Existenz selbst verantwortender Bauern, prägen die Kolonisten auch in der Gegenwart eine ländliche Demokratie, die sich durch eine hohe kulturelle und kommunalpolitische Vitalität auszeichnet. Seit der Preußischen Binnenkolonisation des
18. Jahrhunderts ist die Bevölkerung des Oderbruchs bis heute immer wieder durch Zuwanderung bereichert worden.


Die komplette Bewerbung
finden Sie in unserer
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Ansicht der Bewerbungsbroschüre

Europäische Geschichte

Das Oderbruch steht exemplarisch für die Zukunft des ländlichen Raums in Europa. In historischer Perspektive verdankt sich die Kulturlandschaft zudem dem avanciertesten ingenieurtechnischen Wissen Europas im 18. Jahrhundert. Sie steht für eine Naturaneignung in großem Maßstab, mühsam, aber doch nachhaltig, denn ihr Wassersystem wurde von zehn Generationen über Systembrüche und Kriege hinweg stetig optimiert und umweltverträglicher gestaltet. Durch die Einwanderung aus vielen Teilen Europas ist das Oderbruch heute ein besonders vielfältiger ländlicher Raum: ein Klein- Europa.

Europäische Bedeutung vermitteln

Das ist eine der Kernfragen in der Bewerbung. Das Oderbruch Museum Altranft – Werkstatt für ländliche Kultur hat 2016 damit begonnen, ein Netzwerk von Kulturerbe-Orten aufzubauen, das heute die wichtigste Grundlage für ein attraktives Vermittlungsangebot darstellt. Das Angebot richtet sich sowohl an die Bewohner als auch an Touristen. Die ausgewiesenen Kulturerbe-Orte sind die kulturtouristischen Highlights des Oderbruchs. Gemeinsam präsentieren sie sich in einer Ausstellung im Oderbruchmuseum und in dem Reiseführer Schau ins Bruch. Jedes Jahr finden an den Kulturerbe-Orten Partnerprojekte mit verschiedenen Veranstaltungsangeboten statt.

Auch das Interesse junger Menschen soll geweckt werden. In der Landschaftlichen Bildung werden Bildungsangebote für junge Menschen geschaffen. Schüler stellen die Kulturerbe-Orte in der Filmreihe Jugend filmt Kulturerbe vor. Das Kinderbruch »Wie ich die Nixe entdeckte und mit dem Deich nach oben rannte« erklärt den Kindern das Oderbruch anhand eines Landschaftspuzzles. Weitere Bildungsangebote finden Sie hier.

Kontakt

Kommunale Arbeitsgemeinschaft Kulturerbe Oderbruch Koordinationsstelle
c/o Museumsverein Altranft e.V.

Schneiderstraße 18
16259 Bad Freienwalde OT Altranft

Telefon: 0 33 44 – 155 39 01
info@kulturerbe-oderbruch.de

Eine Initiative des Oderbruch Museums Altranft – Werkstatt für ländliche Kultur und der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft Kulturerbe Oderbruch. Mit Unterstützung der Landkreise
Märkisch-Oderland und Barnim, der Städte Bad Freienwalde (Oder) und Wriezen.